Vilfredo Paretos These, dass regierende Eliten verfallen und durch neue ersetzt werden, die aus unteren Schichten oder rivalisierenden Eliten stammen, sodass die Geschichte eine Abfolge herrschender Minderheiten ist und keine Entwicklung hin zur Herrschaft der Vielen.
Ausführlicher
In seinem Trattato di sociologia generale (1916) unterschied Pareto zwischen „Füchsen“, die mit List und Verhandlungsgeschick herrschen, und „Löwen“, die mit Gewalt und Überzeugungskraft regieren, und argumentierte, eine Elite, die fähigen Außenseitern den Aufstieg versperrt, häufe Unmut an und provoziere ihre gewaltsame Ablösung. Die schrittweise Kooptation talentierter Kräfte war für ihn die Voraussetzung für Stabilität. Die Idee beeinflusste die Elitentheorie und Revolutionsforschung, doch Kritiker halten sie für zu schematisch und sehen darin eine Vorlage für antidemokratische Politik.