Deskriptive Repräsentation
Repräsentation durch Personen, die den Repräsentierten in gemeinsamen Merkmalen wie Geschlecht, Klasse, ethnischer Zugehörigkeit, Region oder Erfahrung ähneln; zu unterscheiden vom Handeln in ihrem Interesse (substantielle Repräsentation).
Ausführlicher
Hanna Pitkin (1967) verstand deskriptive Repräsentation als Für-andere-Stehen statt Für-andere-Handeln und bezweifelte ihren Wert. Anne Phillips' The Politics of Presence (1995) und Jane Mansbridge (1999) verteidigten sie in Kontexten des Misstrauens, noch nicht ausgebildeter Interessen und historischer Ausgrenzung. Zu den Mechanismen zählen Quoten, reservierte Sitze, Verhältniswahl und geschichtete Zufallsauswahl in Bürgerversammlungen. Kritiker warnen, sie könne homogene Gruppeninteressen unterstellen und Identitäten festschreiben. Befunde zu Indiens nach dem Zufallsprinzip vergebenen reservierten Sitzen für Frauen legen nahe, dass die Person, die ein Amt innehat, politische Prioritäten verändern kann.